Infos rund um die Kfz-Versicherung trotz Insolvenz


Durch die Privatinsolvenz haben Sie die Möglichkeit, innerhalb von sieben Jahren schuldenfrei zu sein. Allerdings sind Sie verpflichtet, während Ihrer Privatinsolvenz massiv auf Ihre Ausgaben zu achten, da sämtliche Einnahmen, die über die Pfändungsfreigrenze hinausgehen, eingezogen und zur Schuldentilgung genutzt werden. Neue Verträge müssen daher in der Regel mit dem Insolvenzverwalter abgesprochen werden. Aber was ist eigentlich, wenn Sie eine Kfz-Versicherung wünschen und benötigen? Die Pflichtversicherung ist Voraussetzung, damit Sie überhaupt ein Auto nutzen dürfen. Wir befassen uns in diesem Beitrag genauer mit der Kfz-Versicherung während der Insolvenz und erklären Ihnen, was Sie beachten müssen.


Kfz Versicherungsrechner ohne Schufa


Dürfen Sie trotz Insolvenz ein Auto besitzen?

Im Volksmund wird oft behauptet, dass ein Auto und Privatinsolvenz nicht zusammenpassen. Immerhin dient die Insolvenz der Entschuldung und ein Auto würde dem doch nur im Wege stehen? Das ist falsch. Natürlich sind Sie verpflichtet, aktiv zur Entschuldung beizutragen und sollten darauf achten, höhere Einnahmen zu erzielen, als die Pfändungsfreigrenze vorgibt. Die Pfändungsfreigrenze sagt aber auch aus, wie viel Geld Sie monatlich höchstens haben. Da sämtliche Gelder oberhalb der Grenze eingezogen werden, können Sie nicht über mehr Geld verfügen, als es die Grenze besagt. Sparen ist daher wichtig. Und ein Auto? Ein Wagen ist doch teuer?

Stimmt, doch ist ein Kfz heute vielfach die Voraussetzung für die Ausübung eines Berufs. Genau dieser hilft Ihnen, die Schulden während der Insolvenz abzutragen. Deshalb ist es durchaus möglich, das bisherige Fahrzeug zu behalten oder, falls es finanziell irgendwie stemmbar ist, ein neues Auto anzuschaffen. Der Neukauf muss selbstverständlich mit Ihrem Insolvenzverwalter abgesprochen und von diesem genehmigt werden. Zudem muss das Auto angemessen sein. Unter diesen drei Voraussetzungen dürfen Sie also ein Auto trotz Insolvenz besitzen:

• Angemessenes Fahrzeug
• Fahrzeug wird zur Ausübung/Findung einer Arbeit benötigt
• Die familiäre Situation erfordert den Besitz

Wann ein Fahrzeug als angemessen betrachtet wird und wann nicht, ist eigentlich recht einfach zu erklären. Das Auto muss schlichtweg dem Zweck der Mobilität dienen, ohne sonderlich kostbar zu sein. Besitzen Sie zu Beginn der Insolvenz ein hochwertiges Fahrzeug, werden Sie es vermutlich verkaufen müssen und sich ein minderwertigeres Auto zulegen. Gebrauchtwagen, die Ihrer Situation angemessen sind und die Zwecke der Fortbewegung oder der familiären Versorgung erfüllen, sind in der Regel kein Problem.

Info: Bevor Sie sich während der Insolvenz ein Auto anschaffen oder Ihr altes Fahrzeug verkaufen, müssen Sie sich immer mit Ihrem Insolvenzverwalter in Verbindung setzen. Nicht nur erklärt er Ihnen, welche Regelungen genau auf Ihre Situation zutreffen, er klärt Sie auch über Tipps und Tricks auf, damit Sie zu einem zu Ihnen passenden Ergebnis kommen.

Was gibt es bei der Kfz-Versicherung trotz Insolvenz zu beachten?

Neue Schulden dürfen während der Insolvenz keinesfalls angehäuft werden. Hierüber müssen Sie sich immer bewusst sein. Nicht nur können neue Schulden Ihre Insolvenz vorzeitig beenden und die Entschuldung verhindern, während der Insolvenzphase angehäufte Misslagen bestehen auch nach der Wohlverhaltensphase weiterhin. Sie würden also mit bestehenden Schulden aus der Insolvenz herauskommen. Da es Ihre Pflicht ist, während der Insolvenz zur Schuldentilgung beizutragen und Sie ohnehin nur einen festgelegten Betrag monatlich zur Verfügung haben, ist es natürlich wichtig, dass Sie sich nach einer günstigen Kfz-Versicherung umsehen.

Eine Privatinsolvenz hat allerdings immer einen Schufa-Eintrag zur Folge, der Ihren Schufa-Score massiv beeinträchtigt. Stellen Sie bei einer Autoversicherung eine Anfrage, wird eine Bonitätsauskunft eingeholt. Diese verrät zwar nicht, dass Sie sich in der Privatinsolvenz befinden, der Schufa-Score sagt jedoch deutlich aus, dass Sie zumindest in der Vergangenheit finanzielle Probleme hatten. Die Kfz-Versicherung erkennt daher, dass Sie durchaus ein Risiko darstellen könnten. Trotzdem müssen Sie keinesfalls wegen der Insolvenz auf eine Kfz-Versicherung verzichten. Grundsätzlich müssen Versicherungen Ihnen die Kfz-Haftpflicht anbieten. Das ist eine Pflichtversicherung, ohne die überhaupt kein Fahrzeug angemeldet werden kann. Da die Haftpflicht gesetzlich vorgeschrieben ist, haben die Versicherungsgesellschaften keine großartige handhabe, einen Kunden abzulehnen - auch nicht wegen einer Insolvenz. Allerdings können sie die Verträge an Auflagen knüpfen.

Tipp: Legen Sie bereits beim Versicherungsvergleich fest, dass Sie eine jährliche Vorauszahlung bevorzugen. Nicht nur sind die Beiträge nun aufgrund des entfallenden Verwaltungsaufwands günstiger, die Versicherung geht auch kein Risiko ein. Ein Zahlungsausfall kann nicht entstehen - Ihre Chancen auf den Abschluss der gewünschten Kfz-Versicherung trotz Insolvenz steigen.

Müssen Sie die Haftpflicht der Kfz-Versicherung überhaupt vergleichen, wenn es doch eine Pflichtversicherung ist? Ja. Die Tarife der Anbieter unterscheiden sich inhaltlich durchaus voneinander, sodass Sie durch den Vergleich eine Kfz-Versicherung finden können, die Ihnen mehr bietet.

Tipp: Wägen Sie ab, ob Sie einen sehr günstigen Tarif wünschen oder einen leicht teureren mit besseren Inhalten. Sparen können Sie jederzeit, wenn Sie einen Direkttarif einer Internetversicherung auswählen. Da Sie den Vertrag selbst verwalten und die Versicherungen Niederlassungen mit Kundenberatern einsparen, sind die Kosten dieser Varianten niedriger.

Erhalten Sie eine Teil- oder Vollkasko trotz Insolvenz?

Ausschließlich die Kfz-Haftpflicht ist eine Pflichtversicherung. Die begehrten Teil- oder Vollkaskoversicherungen beinhalten zwar die Haftpflicht, die weiteren Inhalte gehören jedoch zur Zusatzversicherung. Daher dürfen Sie aufgrund Ihrer Insolvenz von einer Versicherungsgesellschaft abgelehnt und auf die Haftpflicht verwiesen werden, wenn Sie eine Teil- oder Vollkasko wünschen. Unmöglich ist es dennoch nicht, die Zusatzversicherung trotz Insolvenz zu erhalten. Allerdings müssen Sie diese Variante der Kfz-Versicherung erst mit Ihrem Insolvenzverwalter absprechen.

Sinnvoll können sowohl die Teilkasko als auch die Vollkasko während der Insolvenz sein. Im Schnitt sind die Chancen, dass Sie auf die Inhalte dieser Typen zurückgreifen, deutlich höher, als dass Sie einen Unfall haben. Beide Versicherungsarten decken Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug ab und, bei der Vollkasko, ersetzen sogar die Unfallkosten an Ihrem eigenen Fahrzeug. Da Ihnen während der Insolvenz nur wenig Geld zur Verfügung steht und Sie nicht sparen können, hätten Sie bei Schäden an Ihrem Wagen vermutlich Probleme, die Reparatur zu stemmen - ein Argument für den Zusatzschutz. Günstige Teil- und Vollkaskoversicherungen erhalten Sie, wenn Sie folgende Tipps beachten:

• Versicherungsvergleich - der Vergleich der Tarife steht immer am Anfang und gibt Ihnen einen genauen Überblick über die Preisgestaltung. Wählen Sie ein günstiges Angebot, dessen Inhalte mit Ihren Wünschen übereinstimmen.
• Selbstbeteiligung - eine etwaige Eigenbeteiligung muss mit dem Insolvenzverwalter abgeklärt werden. Es ist sinnvoll, dass Sie das Geld gleich zur Seite legen, damit Sie es im Notfall auf jeden Fall haben. Über die Höhe der Eigenbeteiligung können Sie die Kosten der Kfz-Versicherung senken. Wählen Sie die Selbstbeteiligung nur, wenn Sie sicherstellen können, dass das Geld vorhanden ist!
• Langer Zahlungszeitraum - es mag heftig sein, doch zahlen Sie die Versicherung für ein Jahr im Voraus. Nicht nur wird Ihnen in diesem Fall vermutlich selbst die Vollkasko nicht verweigert, Sie sparen gegenüber der monatlichen oder vierteljährlichen Zahlweise durch den geringeren Verwaltungsaufwand auch.
• Werkstattbindung - willigen Sie ein, Reparaturen in Werkstätten durchführen zu lassen, mit denen die gewählte Kfz-Versicherung zusammenarbeitet, zahlen Sie einen geringeren Beitrag. Nutzen Sie Werkstätten, die nicht vertraglich festgelegt sind, kann die Kfz-Versicherung einen Teil der Kostenübernahme verweigern.

Die Insolvenz hindert Sie am Vertragsabschluss?

Sollten Sie tatsächlich aufgrund der Privatinsolvenz auch nach mehreren Anfragen keine Kfz-Versicherung erhalten, brauchen Sie dennoch nicht unbedingt auf das Fahrzeug verzichten. Es besteht die Möglichkeit, den Wagen über eine andere Person zu versichern. Das kann mitunter Ihr Lebensgefährte sein. Ebenfalls stehen Ihre volljährigen Kinder oder Ihre Eltern zur Verfügung. Ist es möglich, den Wagen als Zweitwagen zu versichern, sinken sogar die Beiträge. Doch auch hier gilt: Sprechen Sie das Vorgehen erst mit Ihrem Insolvenzverwalter ab. Er kann Ihnen im Falle einer Ablehnung zudem helfen, damit Sie selbst eine Kfz-Versicherung trotz Insolvenz erhalten.

Vergleichen Sie jetzt die Kfz-Versicherung bei uns

Wir bieten Ihnen auf unserer Seite Informationen rund um das Thema der Kfz-Versicherung. Die Rubrik der Insolvenz gehört natürlich ebenfalls dazu. Zusätzlich bieten wir Ihnen einen einfachen Kfz-Versicherungsvergleich über einen Tarifrechner an. Sie können den Vergleich durchaus trotz einer Insolvenz nutzen und prüfen, ob sich in der Kfz-Versicherung noch Sparpotenzial verbirgt oder ob Sie bei einem anderen Versicherer mehr herausholen können. Kündigen Sie eine bestehende Kfz-Versicherung aber erst, nachdem Sie die Bestätigung der neuen Versicherung haben. So stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrzeug nicht unversichert ist. Bedenken Sie nur, dass Sie zum Wechseln der Kfz-Versicherung immer die Kündigungsfrist einhalten müssen. Beginnen Sie den Vergleich daher unbedingt rechtzeitig.